Kultur

Freitag, 5. August 2011

Ackermann: bizarrer Auftritt im Bochumer Schauspielhaus

Ackermann

der umstrittene Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, sollte heute eigentlich im Bochumer Schauspielhaus vor illustrem Publikum einen Vortrag zum Thema „Zukunft der globalen Finanzmärkte“ halten.

Stattdessen taumelte der offenbar desorientierte Banker auf die Bühne und rezitierte vor dem entsetzten Publikum 3 Strophen des bekannten Gedichts von Matthias Claudius aus dem Jahr 1774:

's ist Krieg! 's ist Krieg!
O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
's ist leider Krieg –
und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
's ist leider Krieg - und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Die offensichtliche Verwirrung des Bankers muß wohl etwas mit dem rapiden Kursverlusten der letzten Tage an den Börsen zu tun haben, mutmaßten einige der irritierten Pressevertreter vor Ort.

Dienstag, 26. Juli 2011

"Stresstest" zum Unwort des Jahres 2011 gewählt

stresstest

Dresden: Dr. Emmanuel Obermüller vom deutschen Institut für Sprachforschung hat heute das Unwort des Jahres 2011 bekanntgegeben:

nach einhelliger Meinung der Jury aus Sprachexperten und Philologen wird heuer dem schillernden Begriff "Stresstest" diese zweifelhafte Ehre zuteil.

Aus der Begründung der Fachjury heißt es dann auch:

"wie kein anderer Begriff steht der bestandene "Stresstest" für die Scheinlegitimation und pseudowissenschaftliche Rechtfertigung politischer Entscheidungen, die objektiven Prüfungen nicht standhalten.
Ein Werkzeug politischer Verschleierung par Excellence."

Matthias Blender von der Unternehmensberatung Schein&Söhne, der Schöpfer des Begriffs "Stresstest" und Patentinhaber des Verfahrens, kann dieses negative Image indes nicht nachvollziehen:

"Ein bestandener Stresstest nach unseren frei definierbaren Kriterien ist inzwischen das Qualitätssiegel schlechthin.
Wir haben damit den Weiterbetrieb kollabierter Kernkraftwerke oder den Erhalt von Pleitebanken genauso genehmigt bekommen wie überdimensionierte Bahnhofsprojekte".

"Eine Powerpointpräsentation von unseren Experten und die Freigabe wird in der Regel erteilt!".

Dienstag, 12. Juli 2011

Neuer Bachmann-Preisträger 2011: Waldo von Wolkenstein

WolkensteinÜberraschungssieger dieses wohl wichtigsten deutschsprachigen Literaturwettbewerbs ist heuer Waldo von Wolkenstein geworden.

Von Wolkenstein, bisher eher Insidern ein Begriff, begeisterte das Publikum und die Preisrichter in der Disziplin "Poetry-Slam" mit einer mitreißenden Performance.

Sein improvisiertes Werk mit dem Titel "Fressnapf - zwischen Kontemplation und Begierde", konnte das eher farblose Feld der Mitbewerber klar auf die Plätze verweisen.

So begründete die Jury in Klagenfurt den Titelgewinn auch beinahe hymnisch:

Von Wolkenstein sei es gelungen, in der Tiefe des Ausdrucks seiner spontanen Klangverdichtungen eine animalisch-rhythmische Poesie, eine im Hier und Jetzt verhaftete Sinnlichkeit zu erschaffen.

Seine Stärke liege gerade in der Abkehr vom konventionellen sprachlichen Ausdruck, in der Loslösung von der Erstarrung stereotyper Muster.

Sein bewußtes Spielen mit den Metaphern der Moderne komme besonders in der Passage "wuff-wuff - wau-wau" treffend zur Geltung.
Damit werde eine ganz eigene Welthaltigkeit verhandelt, lobt die Jury den Dichter völlig zu Recht.

Demokratie-Preis für Wladimir Putin!

Putin-PreisDer russische Ministerpräsident Wladimir Putin ist gestern in Berlin mit dem renommierten Quadriga-Preis ausgezeichnet worden.

Die von dem Verein "Werkstatt Deutschland" gestiftete Auszeichnung ehrt "Vorbilder für Deutschland und Vorbilder aus Deutschland die Aufklärung, Engagement und Gemeinwohl verpflichtet" seien.

In seiner Laudatio lobte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler während der gestrigen Festveranstaltung besonders Putins unermüdlichen Einsatz gegen Demokratie und Menschenrechte.

Putin habe in seiner Amtszeit unter anderem die Befugnisse des Geheimdienstes FSB gestärkt, die Gewaltenteilung eingeschränkt, ebenso die Medien - also eine rundherum positive Bilanz.

"Dieser Mann ist ein Fels in der Brandung und ein verläßlicher Partner in einer unsicher gewordenen Welt", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Als Höhepunkt des Abends setzte sich das russische Staatsoberhaupt selbst an den den Flügel und gab den begeisterten Gästen seine Version des berühmten Sinatra-Songs "I did it my way" zu Gehör.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Neue Aktion der Landeskirchen: sei gut und zeige es!

seigutUnter dem Motto "Gut für die Welt" haben die Vorsitzenden der evangelischen Landeskirchen zu einer neuen Aktion aufgerufen, die helfen soll, "gute Taten und moralisches Denken" nach Außen hin sichtbar werden zu lassen.

Es handele sich um ein, an jüngsten Marketingerkenntnissen aus den USA angelehntes Incentive-System.
"Die Teilnehmer sammeln sogenannte "Faith-Miles", hier nennen wir es "Achtsamkeitspunkte", die von berechtigten Personen bestätigt werden können, um dann dem eigenen Konto gutgeschrieben zu werden", erklärt Dr. Hermine Hoffmann-Hempel, Sprecherin des Landesdekanats Westphalen-Lippe.

Oftmals werde ja gerade die fehlende Möglichkeit einer objektiven Außendarstellung des eigenen "Gut-Seins" als unbefriedigend empfunden. Die beschriebene Aktion solle hier endlich Abhilfe schaffen.

Hierzu anrechenbare Taten seien zum Beispiel:

Besuch eines Frauenbuchladens (1 Punkt)
Die Beteiligung an Anti-Kriegskundgebungen (3 Punkt)
Die Teilnahme an Demonstrationen gegen Atomkraftwerke (5 Punkte)
Das Anketten an Gleisanlagen bei Castortransporten (15 Punkte)

Die nachgewiesene Teilnahme an den beschriebenen Aktionen berechtige den Sammler nach Erreichen einer Mindestleistung von 20 "Achtsamkeitspunkten" zum exklusiven Tragen eines lilafarbenen Armbands das mit einer Chipfunktion ausgestattet sei.

"Damit nehmen sie dann automatisch an allen Aktionen unserer teilnehmenden Sponsoren teil und die Rabatte werden ihnen automatisch gutgeschrieben", so Hoffmann-Hempel.

Außerdem werde die Vergleichbarkeit des eigenen Punktestands mit dem anderer Teilnehmer auf der Internetseite "faithmiles.com" jederzeit gewährleistet.
"So kann ich immer sehen, wo ich stehe", erklärt dazu Dr. Hoffmann-Hempel.

Nach ihren Angaben übertreffe die Nachfrage schon jetzt alle Erwartungen.

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