Erstaunlich: Papst lobt die Piratenpartei!

Niemand verinnerliche den Geist des heiligen Mittelalters besser als diese Vereinigung, welche nur auf den ersten Blick modernistisch und gottlos sei.
In Wahrheit gehe aber von diesen Menschen eine tiefe Frömmigkeit aus, verdammten sie doch ausdrücklich den Ausdruck gottferner Individualität, der sich heute zum Beispiel zeige in der Anbetung des menschlichen Geistes als kreativen Schöpfer eitler selbstsüchtiger Machwerke in der bildenden Kunst oder Literatur.
Viele Mitglieder dieser Vereinigung verzichteten gar auf ihren wirklichen Namen und träten nur unter Pseudonymen im Netz ihres Glaubens auf. Dies sei echte Demut im ichbezogenen Geschrei unserer lauten Zeit.
Warum sie das "geistige Eigentum" verachteten?
Die Musik oder die Malerei hätten nur da ihre Berechtigung, wo sie dazu dienten, dem Herrn zu huldigen. Wo der Künstler aber heraustreten wolle aus der Anonymität des Dienenden, oder gar einen Lohn für seine geistige Tätigkeit einfordere, träte die Sünde in unsere Welt, unerkannt in der schönen Larve der Poesie oder der Musik.
Die Zeiten der Renaissance oder der Aufklärung mit ihrem falschen Verständnis von einem freien Künstlertum hätten erstmals eine "neue Qualität der Verderbtheit" unter die Menschen gebracht. Deshalb erbat der heilige Vater "mehr Toleranz und Verständnis" für diese "interessanteste Jugendbewegung seit den Jesuiten".
til333 - 4. Mai, 08:25